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Dienstag, 28. April 2026 Mediadaten
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Höxter (TKu). In der neurologischen Rehabilitation nach einem Schlaganfall spielt die Wiederherstellung der Gehfähigkeit laut Fachleuten eine zentrale Rolle. Eine aktuelle klinische Studie der Asklepios Weserbergland-Klinik befasst sich mit der Frage, ob ein spezielles Laufbandtraining mit Gefälle die Rehabilitation zusätzlich verbessern kann. Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung durchgeführt und soll im Laufe des Jahres international veröffentlicht werden. Im Rahmen der randomisierten, kontrollierten Studie wurden zwei unterschiedliche Trainingsformen miteinander verglichen. Eine Gruppe absolvierte ein klassisches Laufbandtraining auf ebener Fläche, während die zweite Gruppe auf einem Laufband mit einem Gefälle von zehn Prozent trainierte. Dieses sogenannte Downhill-Walking wurde gezielt eingesetzt, um veränderte Bewegungsabläufe zu untersuchen und mögliche zusätzliche Trainingseffekte zu erfassen.

An der Studie nahmen insgesamt 52 Patientinnen und Patienten teil. Sie waren bis zu 68 Jahre alt und befanden sich in der frühen Phase der stationären Rehabilitation nach einem ischämischen Schlaganfall. Ein Großteil der Teilnehmenden wies eine Halbseitenlähmung auf, wie sie häufig nach einem Schlaganfall auftritt. Beide Gruppen absolvierten über einen Zeitraum von drei Wochen jeweils rund zwölf Trainingseinheiten mit einer Dauer von etwa 20 Minuten. Die Auswertung der Daten zeige, dass beide Trainingsformen grundsätzlich zu einer Verbesserung der Gehfähigkeit beitragen können. Damit bestätigt die Studie laut den Verantwortlichen der Asklepios Weserberglandklinik die Wirksamkeit der etablierten rehabilitativen Maßnahmen. Darüber hinaus konnten jedoch Unterschiede zwischen den beiden Gruppen festgestellt werden. Insbesondere im Hinblick auf längere Gehstrecken zeigte die Gruppe mit dem Gefälletraining zusätzliche Fortschritte. Dieser Aspekt gilt als relevant für den Alltag, da eine verbesserte Gehausdauer die selbstständige Mobilität unterstützt.

Bei der Analyse wurden verschiedene Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und der zeitliche Abstand zum Schlaganfall berücksichtigt. Auch unter Einbeziehung dieser Variablen blieb der zusätzliche Effekt des Trainings mit Gefälle bestehen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse oder Komplikationen traten während des Studienzeitraums nicht auf, sodass das Verfahren als sicher eingestuft werden könne laut dem ärztlichen Direktor der Asklepios Weserberglandklinik, Dr. Jan Brocke. Nach Angaben der beteiligten Forschenden handelt es sich um die erste klinische Studie, die das Gehen mit einem Gefälle von zehn Prozent systematisch mit einem klassischen Laufbandtraining vergleicht. Zudem weist die Untersuchung im internationalen Vergleich eine hohe Teilnehmerzahl für diese frühe Phase der Rehabilitation auf. Dies erhöht die Aussagekraft der Ergebnisse im wissenschaftlichen Kontext.

Durchgeführt wurde die Studie im Ganglabor der Asklepios Weserbergland-Klinik. Die Einrichtung ist auf neurologische Rehabilitation spezialisiert und verfügt über rund 200 Behandlungsplätze. Schlaganfallpatientinnen und -patienten bilden dort die größte Behandlungsgruppe. „Das Ganglabor ermöglicht eine strukturierte Durchführung von Bewegungsanalysen und Therapien unter standardisierten Bedingungen. Ergänzt wird das Angebot durch weitere Verfahren, darunter auch robotikgestützte Therapieansätze. An der Planung, Durchführung und Auswertung der Studie waren mehrere wissenschaftliche Einrichtungen beteiligt“, sagt Dr. Brocke. Zu den verantwortlichen Personen zählen unter anderem Dr. Jan Brocke, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Neurologie der Klinik, sowie Prof. Dr. Jürgen Freiwald von der Bergischen Universität Wuppertal, der die Projektleitung innehatte. Ebenfalls beteiligt war Janis Zemke von der Philipps-Universität Marburg. Weitere Beiträge kamen von Andreas Schwan von der Fresenius Hochschule und Dr. Ludwig Rappelt von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass das Training mit Gefälle eine ergänzende Therapieoption in der Schlaganfallrehabilitation darstellen kann. Neben dem Einsatz in der stationären Behandlung wird auch eine Übertragbarkeit auf ambulante Therapieangebote als möglich angesehen. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Ausstattung sowie eine fachgerechte Anleitung der Patientinnen und Patienten. Die Veröffentlichung der Studienergebnisse in internationalen Fachzeitschriften sowie die Präsentation auf wissenschaftlichen Kongressen sind für das laufende Jahr vorgesehen. Damit sollen die gewonnenen Erkenntnisse einer breiteren Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht und in die weitere Entwicklung rehabilitativer Konzepte eingebunden werden.

Foto: Thomas Kube

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